Fr., 22.05.2026, 19:30 Uhr
Musikverein Wien, 5. Abokonzert
Charles Edward Ives: The Unanswered Question (1906)
Two Contemplations Nr. 1
György Kurtág: Doppelkonzert op. 27, 2 für Klavier, Violoncello und zwei Kammerensembles (1990)
Thomas Adès: Lieux retrouves (2016)
for cello and small orchestra
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Francesca da Rimini op. 32
Fantasie nach Dante
Nicolas Altstaedt
Violoncello
Dénes Várjon
Klavier
Thomas Adès
Dirigent
Transzendenz und wiedergefundene Orte
Mit einem Klassiker des 20. Jahrhunderts eröffnet Thomas Adès das Konzert: »The Unanswered Question« von Charles Ives, der sich nie einer ästhetischen Richtung anschloss und als Unternehmer erfolgreich war. Seine Faszination für Transzendentalisten wie Emerson und Thoreau sowie überraschende Kombinationen von Volksweisen und Hymnen mit Bitonalität und Polyrhythmik machen sein Werk einzigartig. Der Titel stammt aus Emersons Gedicht »Die Sphinx« – Ives’ klingendes philosophisches Vermächtnis über die »immerwährende Frage der Existenz«.
2026 wird György Kurtág 100 Jahre alt. Erst Ende der 1980er-Jahre näherte er sich der großen Orchesterbesetzung an, mit verteilten Gruppen, Solist:innen und Rückgriffen auf ältere Werke. Sein Doppelkonzert für Violoncello und Klavier verbindet zarte Klangsprache mit dynamischen Ausbrüchen. Während Kurtágs Musik intime Kammerstimmung verströmt, ist Adès’ »Lieux Retrouvés« ein virtuoses Duett über sprudelndes Wasser, wackelige Bergsteiger:innen, weite Felder und eine Stadt mit einem »Cancan macabre« à la Offenbach.
Marie-Therese Rudolph